GRIPPEWELLE (INFLUENZA)

Wochenbericht zu den grippeähnlichen Erkrankungen

 

Grippeähnliche Erkrankungen treten in unseren Breitengraden saisonal auf. Bisher konnte jeden Winter eine Grippewelle festgestellt werden. Von Jahr zu Jahr variieren aber deren Intensität, die Dauer, die zirkulierenden Virenstämme und die Auswirkungen auf die Bevölkerung. Um die Bevölkerung und die Ärzteschaft rechtzeitig über das Auftreten bzw. Eintreffen der Grippewelle und die Abdeckung durch die Grippeimpfstoffe informieren zu können, erstattet das BAG zwischen Oktober und April wöchentlich Bericht mit epidemiologischer Beurteilung.

Dieser Bericht basiert primär auf klinischen und labordiagnostischen Informationen zu Konsultationen aufgrund grippeähnlicher Erkrankungen, welche die Sentinella-Ärztinnen und -Ärzte freiwillig im Rah- men der Sentinella-Überwachung dem BAG übermitteln. Aufgrund dieser Meldungen wird die Zahl sol- cher Konsultationen in der Schweiz geschätzt. Zudem fliessen in diesen Bericht virologische Informati- onen des Nationalen Referenzzentrums für Influenza (CNRI) ein, das Nasenrachen-Abstriche von Pa- tienten mit grippeähnlicher Erkrankung auf Influenza und andere respiratorische Viren untersucht. Se- kundär berücksichtigt der Bericht Informationen positiver Influenza-Nachweise, welche im Rahmen der Überwachung meldepflichtiger Erkrankungen von Laboratorien gemeldet werden.

Die aktuelle Situation rund um die COVID-19 Pandemie beeinflusst die Datenerhebung zu grippeähnli- chen Erkrankungen im Rahmen der Sentinella-Überwachung. Einerseits sind die Symptome der Grippe (Influenza) und COVID-19 ähnlich. COVID-19 Erkrankungen mit grippeähnlicher Ausprägung können daher in die Statistik der grippeähnlichen Erkrankungen einfliessen. Andererseits verändern die aktuelle Lage, die Testempfehlung des BAG und die kantonal unterschiedliche Testorganisation das Verhalten der Bevölkerung bezüglich Arztkonsultationen. Es ist zu erwarten, dass die Sentinella-Ärztinnen und Ärzte aufgrund der COVID-19 Pandemie mehr grippeähnliche Erkrankungen feststellen, da Patientin- nen und Patienten mit respiratorischen Symptomen vermehrt medizinisch abgeklärt werden.

 

 

 Woche 41/2020

 

Während der Woche 41 wurden von 120 Ärztinnen und Ärzten des Sentinella-Meldesystems 10 grippe- ähnliche Erkrankungen pro 1000 Konsultationen gemeldet. Dies entspricht hochgerechnet einer Inzi- denz von 57 Konsultationen wegen grippeähnlicher Erkrankungen pro  100 000 Einwohner, Trend konstant (Abbildung 1). Diese grippeähnlichen Erkrankungen sind jedoch nicht nachweislich durch Influenzaviren verursachten.